Söwa gmocht

„Söwa gmocht“ wird in Niederösterreich das Wort „selbst gemacht“ ausgesprochen und im Selbstmachen sind die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher ganz gut.

Freilich hat die Geschichte des Selbermachens in Niederösterreich (und überhaupt im „Westen“) eine ganz andere Entwicklung genommen als in Mecklenburg-Vorpommern (und überhaupt im „Ostblock“). Nach dem Zweiten Weltkrieg waren überall sowohl Geld als auch industriell gefertigte Produkte Mangelware.

Während jedoch im Westen bald nicht nur genügend Geld, sondern auch genügend Produkte jederzeit zur Verfügung standen, gab es im Osten bis zur Wende durch Fehleinschätzungen in der kommunistischen Planwirtschaft immer wieder Mangel an den Produkten, die die Leute gerne gehabt hätten. So mussten auch viele Leute, die an sich genügend Geld für industriell gefertigte Ware gehabt hätten, zum Selbermachen zurückgreifen.

Doch ab den 1980er-Jahren hat man auch im Westen verstärkt das Selbermachen wiederentdeckt. Nicht aus Mangel, sondern aus dem Bedürfnis heraus, etwas selbst zu schaffen und „eigene Werke“ in den Händen zu halten. Heute kommt zusätzlich noch der Umwelt- und Gesundheitsaspekt sowie ethische Aspekte dazu. Viele Leute wollen etwas schaffen, das nicht in Fernost – vielleicht sogar noch durch Kinderarbeit – gefertigt wurde, sondern etwas Individuelles, wo sie genau wissen, was drinnen ist.

Diesen Trend möchte auch die Energie- und Umweltagentur Niederösterreich – kurz eNu – fördern und hat deswegen die Initiative „Söwa gmocht“ ins Leben gerufen. Auf der Website www.doityourself-noe.at finden nicht nur NiederösterreicherInnen tolle Tipps und Anleitungen für verschiedenste Produkte!

Stephan

Stephan

Werbegrafiker, Webdesigner und Fotograf, aufgewachsen und wohnhaft in Krems/Donau (Niederösterreich). Hauptberuflich im Marketing eines Handelsunternehmens tätig. Vater eines Sohnes (geboren 2013). Liebt Wandern und Ausflüge in Niederösterreich und Reisen nach Mecklenburg-Vorpommern.